[Rezension] Im Schatten das Licht




Buchtitel: Im Schatten das Licht
Autor: Jojo Moyes
Verlag: Rowohlt Polaris
Seitenanzahl: 567
Sprache: Deutsch

Interesse?




Klappentext


Sarah und ihren Großvater verbindet die Liebe zu Pferden. Einst war Henri ein gefeierter Dressurreiter, bis das Schicksal seine Karriere beendete. Täglich trainiert er die Vierzehnjährige und ihr Pferd. Seit dem Tod von Mutter und Großmutter haben die beiden nur einander. Und als Henri einen Schlaganfall erleidet, bleibt seine Enkelin allein zurück. Natasha und ihren Mann Mac verbindet nur noch wenig. Ihre Ehe ist gescheitert, doch bis das gemeinsame Haus verkauft ist, müssen sie sich arrangieren. Für Natasha nicht leicht, denn ihre Gefühle für den Mann, der einmal die Liebe ihres Lebens war, sind alles andere als lauwarm. Als zufällig Sarah in ihr Leben tritt, nehmen die beiden das verschlossene Mädchen bei sich auf. Das Zusammenleben ist schwierig. Gibt es überhaupt etwas, was die drei miteinander verbindet? Plötzlich ist Sarah verschwunden. Und Natasha und Mac machen sich widerstrebend gemeinsam auf die Suche. Ein turbulenter Roadtrip durch England und Frankreich beginnt ...


Meine Meinung


Ich bin etwas skeptisch an das Buch heran gegangen, da es nicht unbedingt in mein bevorzugtes Genre fällt und ich auch noch nie etwas von Jojo Moyes gelesen habe, weswegen ich nicht genau wusste, was auf mich zukommt. Doch ich muss sagen, dass mich das Buch insgesamt sehr überrascht hat.

Es ist die Geschichte eines Mädchens, welches mit ihrem Großvater die große Liebe zu Pferden teilt. Doch als dieser plötzlich schwer krank wird, steht Sarah allein mit ihrem Pferd da. Nun ist sie gezwungen sich durchzukämpfen und irgendwie über Wasser zu halten. Doch nicht nur sie hat es nicht einfach in ihrem Leben. Natasha und Mac leben schon seit einiger Zeit getrennt, da sie sich während ihrer Ehe immer weiter auseinander gelebt haben. Nun stehen sie kurz vor der Scheidung und auch die Arbeit und der Verkauf ihres Hauses zerren an ihren Nerven. Doch ein Zufall sorgt dafür, dass Sarah in ihr Leben tritt. Nun sind sie gezwungen sich zusammen zu reißen, um für das verschlossene Mädchen zu sorgen. Das ist jedoch schwieriger als gedacht, denn Sarah hat viele Geheimnisse und lässt keinen an sich heran. Die Drei müssen sich zusammenraufen, doch dabei fragen sich alle, was sie überhaupt miteinander verbindet.

Das Buch hat als erstes mein Interesse geweckt, weil ich Pferde, genauso wie die Protagonistin hier, sehr mag. Auch der Ausgangspunkt der Handlung mit diesen drei völlig unterschiedlichen Charakteren, deren Leben irgendwie verflochten sind, klang sehr vielversprechend. Ich muss sagen, dass ich anfangs doch einige Probleme hatte in die Geschichte rein zukommen, da besonders im Prolog sehr viele französische Begriffe verwendet worden, die bei mir für Verwirrung gesorgt haben. Als ich dann aber den Anfang überstanden hatte, wurde die Sprache auch wieder einfacher, sodass ich mich besser auf die Geschichte konzentrieren konnte.
In den ersten Kapiteln lernt man die Charaktere und ihre Gewohnheiten etwas kennen und bekommt einen Eindruck von ihrer Persönlichkeit. Im Verlauf der Handlung verflechten sich dann die Handlungsstränge und die Charaktere werden immer wieder mit neuen Problemen konfrontiert. Es hat mich überrascht, dass trotz der relativ hohen Seitenanzahl keine Langeweile aufkommt. Man möchte einfach wissen, wie die Personen mit der schwierigen Situation klar kommen. Zum Ende hin wurde es dann immer spannender und auch emotionaler. Es war mir am Schluss wirklich unmöglich die Tränen zurück zuhalten. Die Autorin lässt in ihre Geschichte unglaublich viele Emotionen mit einfließen, sodass es dem Leser praktisch unmöglich ist davon unberührt zu bleiben.

Die Charaktere liegen hier auf jeden Fall im Focus der Geschichte. Ihr unterschiedlicher Hintergrund sorgt dafür, dass sie auf den ersten Blick nicht sehr viel miteinander gemeinsam haben. Auch in den Gesprächen scheint es eher so als würden sie sich immer mehr verstreiten als aufeinander zu zugehen. Doch gerade diese Konstellation ist es, die die Geschichte so interessant werden lässt. 

Sarah hat die meiste Zeit ihrer Kindheit zusammen mit ihrem Großvater verbracht, wodurch sie ihm sehr nah steht. Die Liebe zu Pferden und der gemeinsame Traum, Sarah irgendwann beim Cadre Noir, einer Elite-Reitakademie, zu sehen, verbindet sie. Als ihr Opa krank wird, ist das ein schwerer Schlag für sie. Ihre Welt liegt in Scherben und zusammen mit ihrem Pferd Boo versucht sie verzweifelt die Teile wieder zusammenzusetzen.

Natasha ist Anwältin mit Spezialisierung auf Jugendliche. Als ihre Ehe scheitert versucht sie ihren Frust durch die Arbeit zu überspielen. Sie stürzt sich förmlich auf jeden großen Fall und lässt sich durch nichts anderes davon ablenken. Ihre Gefühle versucht sie größtenteils hinter einer eisernen Maske zu verbergen. Doch als sie durch Sarah gezwungen ist Mac wieder ein bisschen in ihr Leben zu lassen, wird es immer schwieriger ihre Maske aufrecht zu erhalten.

Mac ist der Beinahe- Exmann von Natasha. Auch für ihn ist es kompliziert mit der Situation klar zukommen, da sich Natasha konsequent vor ihm verschließt. Er ist es jedoch, der sich für Sarah stark macht und darauf besteht sie vorläufig bei ihnen aufzunehmen. Er selbst ist leidenschaftlicher Fotograf und findet in Sarah und ihrer Liebe zu Pferden eine neue Inspirationsquelle. 

Alle drei Protagonisten scheinen recht unterschiedlich und so gar nicht zueinander zu passen, doch vielleicht können sie sogar noch von einander lernen oder brauchen den jeweils anderen um ihrem eigenen Leben wieder in die richtige Bahn zu verhelfen.


Fazit


"Im Schatten das Licht" ist ein Buch, welches mich wirklich überrascht hat, auch wenn ich ein paar kleine Startschwierigkeiten hatte. Die drei Protagonisten mit ihren ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten machen die Handlung interessant und einzigartig. Es entwickelt sich eine emotionale Geschichte, die den Leser nicht so schnell wieder loslässt. 


Bewertung


Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.





1 Kommentar:

  1. Ich will das Buch auch noch unbedingt lesen. Ich finde du hast eine sehr schöne und ausführliche Rezension über das Buch geschrieben. Ich hoffe, dass wenn ich das Buch lesen werde es mich genauso berühren wird wie dich.

    LG Melie

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