[Rezension] Die Krone der Sterne




Buchtitel: Die Krone der Sterne
Autor: Kai Meyer
Verlag: Fischer Tor
Seitenanzahl: 464
Sprache: Deutsch






Klappentext


Das galaktische Reich von Tiamande wird von der allmächtigen Gottkaiserin und ihrem Hexenorden beherrscht. Regelmäßig werden ihr Mädchen von fernen Planeten als Bräute zugeführt. Niemand weiß, was mit ihnen geschieht. Als die Wahl auf die junge Adelige Iniza fällt, soll sie an Bord einer Weltraumkathedrale auf die Thronwelt gebracht werden. Ihr heimlicher Geliebter Glanis, der desillusionierte Kopfgeldjäger Kranit und die Alleshändlerin Shara Bitterstern tun alles, um den Plan der Hexen zu vereiteln. Im Laserfeuer gewaltiger Raumschiffe kämpfen sie um ihre Zukunft – und gegen eine kosmische Bedrohung, die selbst die Sternenmagie der Gottkaiserin in den Schatten stellt.


Erster Satz


"Sie trage die Sterne in den Augen, hatte einmal jemand gesagt."


Meine Meinung


Nachdem mir schon "Die Seiten der Welt" so gut gefallen hat, wollte ich natürlich auch gerne das neue Buch von Kai Meyer lesen. Und ich bin wirklich begeistert.

Schon allein die Gestaltung des Buches hätte fünf Sterne verdient, denn das Cover ist wirklich toll und mit viel Liebe zum Detail. Doch auch im Inneren hält das Buch Überraschungen bereit. Hier erwarten den Leser einige wunderschöne Illustrationen von Figuren und Flugobjekten, die in der Geschichte eine Rolle spielen. Diese helfen dem Leser sich die Dinge noch besser vorstellen zu können. 

Mit dem Buch tauchen wir in eine galaktische Welt ein, in der vor vielen Jahren einmal ein Kampf zwischen Menschen und Maschinen getobt hat. Letztendlich gelang es einem Hexenorden die Machinen zu besiegen und selbst die Macht zu ergreifen. Das Reich wird von da an vom Orden der Hexen und ihrer Gottkaiserin beherrscht. Für diese suchen die Hexen alle paar Standardjahre aus den Baronien eine Braut aus. Dieses Mal ist die Wahl auf die junge Iniza gefallen, die nun nach Tiamande zur Gottkaiserin gebracht werden soll. Doch Iniza und ihr Geliebter Glanis haben andere Pläne, rechnen dabei jedoch nicht mit dem Kopfgeldjäger Kranit. Es beginnt eine temporeiche Flucht vor den Hexen, bei der sie nicht nur auf die Alleshändlerin Shara stoßen, sondern die sie auch in weit entfernte Teile der Galaxis führt. 

Als ich die ersten beiden Sätze gelesen habe, war ich schon davon überzeugt, dass ich das Buch lieben werde. Und ich wurde nicht enttäuscht. Der Weltenaufbau gefällt mir unheimlich gut. Es gibt viele unterschiedliche Parteien, die alle ihre eigenen Ziele verfolgen. Kai Meyer erschafft hier sein ganz eigenes Reich, welches so viele Facetten besitzt, dass der Leser an jeder Ecke etwas Neues entdecken kann. Was seinen Schreibstil besonders ausmacht ist die Liebe zum Detail. Es scheint so, als wäre jedes noch so kleine Teil, von Waffen bis hin zu Raumschiffen und deren Funktionsweise, genau durchgeplant. Man merkt beim Lesen, dass der Autor seine Welt möglichst glaubwürdig und anschaulich für den Leser gestalten wollte. Und in meinen Augen hat das auch sehr gut funktioniert. Ich fühlte mich in eine fremde Welt entführt, über die ich unbedingt mehr erfahren wollte.  

Auch die Handlung hatte es in sich. Egal ob die Charaktere gerade auf der Flucht waren oder sich einfach unterhielten, es war immer Spannung da. Dem Leser konnte gar nicht langweilig werden, weil es immer etwas Neues zu entdecken gab, auch wenn vielleicht gerade einmal nichts in die Luft geflogen ist. Das Buch schafft es über die kompletten 450 Seiten immer eine konstante Spannung aufrecht zu erhalten, was ich eigentlich recht schwierig finde. Es passiert immer etwas, was den Leser aufmerksam und am Ball bleiben lässt, sodass sie Seiten eigentlich wie im Flug vergehen.

Ich bewundere wie viel Herzblut Kai Meyer nicht nur in den Weltenaufbau, sondern auch in die Charaktere steckt - und das nicht nur bei den Protagonisten. Man begegnet eigentlich an jeder Ecke einem neuen außergewöhnlichen Charakter, der zum Erfolg der Geschichte beiträgt. Dabei schafft der Autor es jeder Figur eine gewisse Tiefe zu geben, die die Glaubwürdigkeit des Charakters unterstützt. Sie sind nicht oberflächlich gestaltet, sondern besitzen viele Facetten, sodass sie es auch öfter schaffen den Leser mit ihren Handlungen zu überraschen. 
Alle vier Protagonisten hatten ihre ganz eigene Art, was die Gruppenkonstellation natürlich umso interessanter machte. Iniza war einerseits sehr liebenswürdig, konnte aber auch recht stur sein. Glanis hätte für Iniza sein Leben gegeben und war aufgrund seiner Soldatenausbildung auch sehr misstrauisch gegenüber ihren zwei anderen Reisebegleitern. Kranit hat in seinem bisherigen Leben schon viel gesehen und einige Abenteuer erlebt, was ihn zu einem erfahrenen Kämpfer macht. Shara ist eigentlich eine Einzelgängerin, der es schwer fällt anderen zu vertrauen. Sie hat eine sehr ruppige und eigensinnige Art. Diese Zusammensetzung hält einiges bereit und kann an der ein oder anderen Stelle sehr unterhaltsam sein.


Fazit


Mit "Die Krone der Sterne" beginnt ein actionreiches Abenteuer in einer fremden Galaxy, in der es einiges zu entdecken gibt. Die Geschichte begeistert mit einer detaillierten Welt, facettenreichen Charakteren und einer allgegenwärtigen Spannung.  Der Leser wird völlig in diese phantastische Welt hineingezogen, die ihn dann auch nicht so schnell wieder loslässt. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der Lust hat an Bord eines außergewöhnlichen Raumschiffs mit einer besonderen Besatzung durch die Galaxy zu jagen.


Bewertung


Zitate:

"Sperrt ihn in Kühlraum B." - "Wo, zum Henker, ist Kühlraum B?" - "Rechts von Kühlraum A und links von Kühlraum C."
- Shara und Glanis, Seite 146, Die Krone der Sterne 

"Sie war die geheime Führerin dieser wundersamen Weltraumexpedition, eine atemberaubende Galionsfigur vor dem Fanal des scharlachroten Sternennebels."
- Seite 329, Die Krone der Sterne 


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen